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Recht / Zivilrecht 
Dienstag, 30.06.2020

Reiseveranstalter muss auf Bauarbeiten im Hotel hinweisen - Anspruch auf Reisepreisminderung und Schadensersatz

Wenn es in einem Hotel nach einem Hurrikan zu Sanierungsarbeiten kommt, muss der Reiseveranstalter darauf vor Reisebeginn hinweisen. Er muss sich zudem über den Zustand der Hotelanlage informieren. Die Reisenden können wegen Baulärms im Hotel eine Reisepreisminderung und Schadensersatz wegen vertaner Urlaubsfreude geltend machen. So entschied das Landgericht Frankfurt (Az. 2-24 O 160/18).

Eine Frau hatte für sich und ihren Sohn eine Urlaubsreise in die Dominikanische Republik gebucht. Am Urlaubsort angekommen, mussten beide jedoch feststellen, dass im Hotel Bauarbeiten vorgenommen wurden. So wurden die Dächer neu gedeckt und einige Hotelzimmer saniert. Dadurch kam es von morgens bis spät abends zu erheblichem Baulärm. Hintergrund der Arbeiten war ein Hurrikan, der einige Tage vor Reisebeginn Schäden am Hotel verursacht hatte.

Das Gericht entschied, dass der Klägerin ein Anspruch auf Reisepreisminderung zustehe, denn aufgrund der Bauarbeiten im Hotel sei die Reise mit einem Mangel behaftet gewesen. Eine Minderung von 35 % des gesamten Reisepreises sei angemessen. Zudem stehe ihr ein Anspruch auf Schadensersatz in Höhe von 3.000 Euro wegen vertaner Urlaubsfreude zu. Dieser Betrag entspreche rund einem Drittel des Reisepreises.

Das Verschulden des Reiseveranstalters liege darin, dass er die Klägerin nicht vor Reiseantritt auf die Bauarbeiten hingewiesen hatte, um ihr damit die Möglichkeit zu geben, den Rücktritt von der Reise zu erklären. Er sei verpflichtet gewesen, sich nach dem Hurrikan über den Zustand der Hotelanlage zu informieren und die Information an die Klägerin weiterzugeben.

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